1A Lage

1a Lage

Reallabor 1a Lage

Ein offener Raum für Experimente, Begegnung und gemeinsames Gestalten in der Innenstadt.

Mit dem Reallabor 1a Lage haben wir mitten in der Stuttgarter Innenstadt einen Möglichkeitsraum geschaffen:

  • für Ideen, die sonst keinen Platz haben,

  • für Menschen, die Stadt aktiv mitgestalten wollen,

  • und für neue Perspektiven auf eine vielfältige, lebendige Innenstadt.

Über ein Jahr hinweg wurde der Raum von Initiativen, Vereinen und Einzelpersonen genutzt – für Ausstellungen, Workshops, offene Treffpunkte, Diskussionen, Theater, Sportangebote oder gemeinsames Kochen. Insgesamt fanden rund 500 Nutzungen statt, mehr als 60 Akteur*innen haben ihre Ideen eingebracht und den Raum mit Leben gefüllt.

Was ist die 1a Lage?

Die 1a Lage war ein temporäres Reallabor in einer leerstehenden Ladenfläche auf der Königstraße. Statt ein fertiges Nutzungskonzept vorzugeben, haben wir den Raum geöffnet – als Einladung an die Stadtgesellschaft, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Wir verstehen das Reallabor als einen Möglichkeitsraum, der unterschiedliche Interessen in einem iterativen und agilen Prozess zulässt. Dabei bietet das Experiment die Chance verschiedene Ansätze zu testen und daraus Erkenntnisse für eine langfristige Perspektive zu gewinnen. Im Rahmen von kurz- bis mittelfristige Zwischennutzungen besteht das Risiko Gentrifizierungsdynamiken zu beschleunigen. Uns stellt sich daher folgende Frage:

Wie kann eine “Pioniernutzung“ über den Projekt-Zeitrahmen hinweg Erkenntnisse produzieren, die als robuste Handlungsansätze für eine langfristige Belebung von Ladenflächen in der Königstraße fungieren?

Mitten in der Stadt

Die 1a Lage befand sich in der Königstraße 1a – einer der zentralsten, sichtbarsten und zugleich widersprüchlichsten Orte Stuttgarts. Ein Ort des Durchgangs, der Vielfalt und der Kontraste. Gerade diese Lage, die Sichtbarkeit, gute Erreichbarkeit und direkte Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten machte das Reallabor besonders.
Der Projekttitel war dabei bewusst doppeldeutig gemeint:
Ist die Lage wirklich 1a – und für wen eigentlich?

Worum es uns ging

Mit dem Reallabor 1a Lage wollten wir:

  • neue, gemeinwohlorientierte Nutzungen in der Innenstadt erproben

  • Leerstand aktivieren und als Ressource nutzbar machen

  • neue Akteur*innen für die Innenstadt gewinnen

  • Raum für soziale, kulturelle und experimentelle Formate schaffen

  • Beteiligung niederschwellig, offen und nicht-kommerziell ermöglichen

Unsere Haltung:
Nicht alles muss sofort funktionieren – es darf ausprobiert werden.

Was hier stattgefunden hat

Die 1a Lage lebte von der Vielfalt ihrer Formate. Viele Formate entstanden spontan, andere regelmäßig – immer getragen von den Menschen, die den Raum genutzt haben.

 Dazu gehörten unter anderem:

  • Impro-Theater, Lesungen und kleine Ausstellungen

  • Rollschuhtraining, Tanz und Bewegungsangebote

  • offene Nachbarschaftstreffen und soziale Beratungsangebote

  • Workshops zu Klima, Stadtentwicklung und Gemeinwohl

  • gemeinsames Kochen mit geretteten Lebensmitteln

  • Diskussionsabende, Podcasts und Austauschformate

  • künstlerische Interventionen im Stadtraum


Zahlen & Fakten zur Nutzung

  • über 100 eingereichte Nutzungsideen (Open Calls)

  • rund 50 unterschiedliche Akteur*innen mit umgesetzten Formaten

  • 496 Nutzungen innerhalb eines Jahres

  • im Durchschnitt 2 Nutzungen pro Tag

Neben selbstorganisierten Nutzungen der Stadtgesellschaft haben wir gezielt Beteiligungs- und Austauschformate umgesetzt.

Aktionswoche
Eine mehrtägige Aktionswoche, organisiert von LUUM e.V. brachte Themen wie soziale Stadt, Klimaanpassung und Kultur in den öffentlichen Raum – mit künstlerischen Interventionen, Spaziergängen und Begegnungsformaten.

Think Tanks
In thematischen Austauschformaten diskutierten Verwaltung, Zivilgesellschaft und Expert*innen Fragen zur sozialen Innenstadt, Kreislaufwirtschaft, produktiven Stadt und zum Stadtmachen.

Netzwerk & Austausch
Regelmäßige Nutzer*innen-Treffen und offene Veranstaltungen stärkten die Vernetzung untereinander und ein gemeinsames Lernen vor Ort.

Was wir gelernt haben

Das Reallabor 1a Lage hat deutlich gemacht:

  • Der Bedarf an offenen, bezahlbaren Räumen in zentraler Lage ist hoch.

  • Vertrauen ist eine zentrale Voraussetzung für Beteiligung und Selbstwirksamkeit.

  • Gemeinwohlorientierte Orte sind soziale Infrastruktur – kein Nebenprodukt.

  • Temporäre Räume können echte Testfelder für Transformation sein, wenn sie gut begleitet werden.

Die Erfahrungen aus der 1a Lage liefern wichtige Impulse für zukünftige Reallabore und für eine vielfältigere Innenstadtentwicklung.

Wer dahintersteht

Wir verstehen uns als eine vermittelnde Instanz zwischen der Stadtverwaltung, lokalen Akteur*innen und den weiteren Interessierten aus der Stadtgesellschaft. Unsere transdisziplinäre und sozialraumorientierte Herangehensweise fügt sich behutsam in den sozialräumlichen Kontext ein und versteht Experimentieren als ein Tool zur kooperativen Wissensproduktion mit Mehrwert für alle Beteiligten.

Wir hatten bei dem Projekt die Möglichkeit mit projektbüro und LU’UM zusammen zu arbeiten, was das Projekt in aller Hinsicht bereichert hat. Im Auftrag der Stadt Stuttgart haben wir gemeinsam um die konzeptionelle Gestaltung des Projekts umgesetzt.

  • Adapter e.V.

    Koordination vor Ort, Betrieb, Begleitung der Nutzungen und Schnittstelle zwischen Stadt, Nutzerinnen und Öffentlichkeit

  • LU’UM

    Konzeption und Umsetzung der Aktionswoche mit künstlerisch-performativen Formaten im Stadtraum

  • projektbüro

    Prozessbegleitung und Durchführung von Reflexions- und Strategie-Workshop

  • Landeshauptstadt Stuttgart

    insbesondere das Amt für Stadtplanung und Wohnen im Rahmen des Beteiligungsprojekts AKUT – Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren

    Auftraggeberin und Ermöglicherin des Reallabors

Wie ist die Lage?

„1A Lage“ so heißt das Reallabor, mitten in der Stuttgarter Innenstadt, das wir 2024 zusammen mit Projektbüro und LU’UM für die Stadt gestalten. Die Königstraße 1A ist mehr als eine Adresse in bester Lage – im Rahmen des Projekts „AKUT – Transformationsstrategien für die Innenstadt“ werden hier Nutzungskonzepte entwickelt und erprobt. Wie kann die Innenstadt zur gemeinsamen Mitte aller werden und welche Maßnahmen braucht es?

Unsere Zeit im Reallabor 1a Lage neigt sich – trotz Verlängerung – nun bald ihrem Ende entgegen. Eine spannende Phase im Rahmen des Bundesförderprojekts AKUT in der wir viele wichtige und hilfreiche Erkenntnisse aus der Praxis sammeln konnten. Die Ergebnisse fließen in die letzte Projektphase und die Projektdokumentation sowie die Entwicklung der Handlungshilfe ein.

Wir möchten Sie hiermit herzlich zum Closing Event am 10. April 2025 in der 1a Lage einladen. Es erwartet Sie ein volles Programm mit inhaltlichen Beiträgen und Diskussion, Musik und Performances – wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit und einen interessanten Austausch über die Erkenntnisse und Erfahrungen des Projekts.

Wann 10. April 2025, 16:00 – 23:00 Uhr
Wo 1a Lage, Königstr. 1a 70173 Stuttgart 

Programm

Am 10. April, im Rahmen des 1a Lage Closing Events, sprechen wir über das Machen  – welche Räume brauchen wir für Ideen, Experimente und gemeinsames Gestalten in der Innenstadt?

16:00 Uhr Straßenoperette und Ausstellungseröffnung

18:00  Fish Bowl „Räume des Machens als Instrument der Stadtentwicklung“

Wie können Orte entstehen, die Kreativität und Teilhabe fördern? Wer sind neue Akteure für die Innenstadt? Welche Erfahrungen haben wir aus der 1a Lage mitgenommen?

Begrüßung durch Dr. Hermann-Lambert Oediger – Amt für Stadtplanung und Wohnen, Abt. Stadtentwicklung

Fish-Bowl Diskussion unter anderem mit
Sonja Broy – Binnenstadt Bremen
Carolin Lahode – AKUT Stuttgart 
Christiana Weiß – ADAPTER e.V.
Sacha Rudolf – IBA’27
Simon Fregin – Mobile Jugendarbeit
Nils Runge – Koordination Nachtleben
Markus Vogl – SuE Universität Stuttgart

Moderation durch Margarete Schumm – Bürgerstiftung Stuttgart

20:30 Uhr Aftershow Party mit Rollschuhdisco und ImproShow

Sei dabei – wir freuen uns auf den Austausch mit dir! 

Nutzungsideen für das Reallabor 1a Lage

Wie soll sich die Innenstadt in Zukunft entwickeln? Welche Rolle spielen dabei Themen wie Klima, Mobilität, Handel, Kultur und Wohnen? Und wie können wir die Innenstadt zur gemeinsamen Mitte aller machen?

In der Königstraße hat die „1A Lage“ eröffnet — ein Reallabor im Rahmen des Projekts AKUT — und bietet Raum für neue Nutzungsideen und Experimente. Mitten auf der Stuttgarter Einkaufsmeile soll so ein Ort des Austauschs und des Ausprobierens für die Stadtgesellschaft entstehen. Im Sinne einer vielfältigen, nachhaltigen und aktiven Innenstadt können Nutzungen wie Workshops, Vorträge, Ausstellungen und anderes umgesetzt werden. Wir suchen für das ganze Jahr 2024 verschiedene Ideen, die sich mit der Innenstadt und ihrer Transformation beschäftigen, und Nutzungen, die einen Bedarf vor Ort ansprechen.

Sie haben eine Nutzungsidee und suchen einen Ort, um sie auszuprobieren?

Wir bieten kostenfreien Raum zum Austesten, Vernetzen und Synergien schaffen. In der Königstraße 1A stehen dafür insgesamt 300 qm auf zwei Ebenen zur Verfügung. Schicken Sie uns Ihre Nutzungsidee im Antwortbogen bis 01.05.24 an einsA.Lage@stuttgart.de.

Aus den Einsendungen stellen wir ein erstes Nutzungsprogramm zusammen. Weitere Ideen können auch nach Ablauf der Frist oder nach Eröffnung des Raums direkt vor Ort noch unverbindlich eingereicht werden.

Adresse
Königstraße 1A,
70173 Stuttgart

Nutzungszeitraum
05/2024 – 12/2024

Größe
Erdgeschoss ca. 200 qm
Obergeschoss ca. 100 qm

Was passiert in der 1a Lage?

Nicht alle Veranstaltungen im Kalender sind öffentlich, manche können nur mit Anmeldung besucht werden.
Für genaue Informationen zu bestimmten Veranstaltungen bitte eine kurze Anfrage an einsA.Lage@Stuttgart.de schicken.

EG Foyer

ca. 60 qm, Zugang über Königstraße

Pano EG1

EG Multiraum und Ausstellungsfläche

ca. 140 qm, Zugang über Passage oder Foyer

Pano EG2

OG Individualraum

ca. 100 qm, Zugang über Foyer, mit Sanitärbereich

Pano OG

Wo ist die Lage?

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Die 1a Lage

Reallabor von AKUT-Transformationsstrategien für die Stuttgarter Innenstadt
Königstr. 1A, 70173 Stuttgart

Wir freuen uns bei dem Projekt mit Projektbüro und LU’UM zusammen zu arbeiten. Wir kümmern uns gemeinsam um die konzeptionelle Gestaltung des Projekts und koordinieren die Raum-nutzung.

Wir verstehen das Reallabor als einen Möglichkeitsraum, der unterschiedliche Interessen in einem iterativen und agilen Prozess zulässt. Dabei bietet das Experiment die Chance verschiedenste Ansätze zu testen und daraus Erkennt-nisse für eine langfristige Perspektive zu gewinnen. Im Rahmen von kurz- bis mittelfristige Zwischennutzungen besteht das Risiko Gentrifizierungsdynamiken zu beschleunigen. Uns stellt sich daher für unsere Agenda folgende Frage:

Wie kann eine “Pioniernutzung“ über den Projekt-Zeitrahmen hinweg Erkenntnisse produzieren, die als robuste Handlungs-ansätze für eine langfristige Belebung von Ladenflächen in der Königstraße fungieren?

Mit einer kooperativen und prozess-orientierten Arbeitsweise verstehen wir uns im Rahmen des Projekts AKUT als eine vermittelnde Instanz zwischen der Stadtverwaltung, lokalen Akteur*innen und den weiteren Interessierten aus der Stadtgesellschaft. Unsere transdisziplin-äre und sozialraumorientierte Heran-gehensweise fügt sich behutsam in den sozialräumlichen Kontext ein und versteht Experimentieren als ein Tool zur kooperativen Wissensproduktion mit Mehrwert für alle Beteiligten.

Projektbüro entwirft urbane Wissensformen der Ermöglichung (Dell 2016). Das Büro verbindet Praxis, Forschung und Lehre zu einer prozess-orientierten Arbeitsweise an der Schnitt-stelle von Architektur, Stadtplanung, Raumordnung, experimentellem und Urban Design. Wir widmen uns gesellschaftlichen Fragestellungen in differenten Maßstäben und zielen darauf, die Räume, die wir bewohnen, zu verbessern. Teil von Projektbüro sind, Prof. Dr. Renée Tribble, Dominique Peck, Marieke Behne, Marius Töpfer und Lisa Marie Zander.
Projekterfahrung sammelten die Mitglie-der von Projektbüro u.a. im Projekt PlanBude Hamburg, Friedrichstadt „Wie entwickelst du?“, dem Projekt „Ein Zimmer für dich.“ und dem Post-Corona-Stadt Projekt Billhornerplatz.

Das offene Kollektiv LU’UM wurde 2019 in Hamburg gegründet und besteht aus Mitgliedern mit einem Hintergrund in Architektur, Urbaner Praxis, Design und Kunst. Benannt ist es nach dem mehrdeutigen Wort “Erde/Land/Boden” aus der Sprache der Maya. Das Kollektiv wirkt in Form des Entwerfens, Bauens, Erforschens und Kuratierens von Begegnungsräumen als Reaktion auf die “Krise der Präsenz”. Im Zentrum des gemeinsamen transdisziplinären Schaf-fens steht die Fragestellung, wie menschliche und nichtmenschliche Akteur*innen zusammenkommen. Das Kollektiv arbeitet offen, ortsbezogen und prozessorientiert. Seine intervention-istischen Projekte entstehen oft auch in kreativer Resonanz mit einem inter-nationalen Netzwerk aus Künstler*in- nen, anderen Kollektiven, Kultur-institutionen oder lokalen Behörden.

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