Zusammen mit Stadtlücken und dem Tiny House aVOID von Leonardo Di Chiara waren wir am Österreichischen Platz, um uns zusammen mit allen Interessierten im Rahmen unserer Installation 39 qm Fragen des Wohnens anzunehmen.

Begleitend gab es dazu über die Woche verschiedenste Veranstaltungen und Mitmachaktionen, denen gemein ist unter verschiedenen Gesichtspunkten das Wohnen in der Stadt zu thematisieren und zu hinterfragen.

39 qm 

Die Wohnraum-Installation 39 qm von ADAPTER platziert Möbelstücke aus dem privaten Kontext auf dem Österreichischen Platz. Die anhand dieser Gegenstände abstrakt dargestellte Wohnung wird nicht mehr durch ihre Wände beschränkt und ist den Blicken der Stadt ausgesetzt. Dadurch zunächst ihrer Funktion als Rückzugsort beraubt, beginnt die Wohnung mit dem sie umgebenden öffentlichen Raum zu interagieren: Handlungen werden von dem privaten in einen öffentlichen Kontext gerückt, entwickeln so neue Dynamiken und werden zu gemeinschaftlichen Erfahrungen. 

Bei dieser Verschiebung des Blickwinkels geht es um das Ausloten und Erkennen von Grenzen, das Erspüren neuer Qualitäten und um das Hinterfragen unserer Wohngewohnheiten.

Aktionen

Offenes Bücherregal und Lesungen
Kann man zwischen Häuserzeilen lesen?
Was habe ich davon wenn ich etwas teile?

Frühstückstisch mit Marmelade und Musik
Wann macht wohnen einsam?
Wo treffen sich Fremde?

Waschtag – Hausarbeit und Fernsehen
Was ist gewöhnliches wohnen?
Was tut man allein zu Hause?
Wann wird das traute Heim eintöniger Alltag?

Kaffeklatsch und Nachbarntratsch
Wie gut will ich meine Nachbarn kennen? Und wie gut dürfen meine Nachbarn mich kennen?
Bin ich in meiner Wohnung zu Hause? Im Viertel? In der Stadt?
Wann bin ich gerne Gastgeber?

Spielzimmer – Jamsession in der Wohninstallation
Wie vielseitig kann eine Wohnung sein? Ist die Wohnung Lebensmittelpunkt?
Für wen ist die Wohnung gemacht?

Bettfrühstück mit Kaffee und Konzert
Wie ist der Spruch „fühl dich wie zu Hause“ eigentlich gemeint?

Kleidertausch: Stöbern & Tauschen
Kleider machen Leute – Wohnungen auch?

Zehen putzen im Schaumbad
Wie privat ist meine Zahnbürste?

Stadtlücken

Stadtlücken ist ein gemeinnütziger Verein, initiiert von jungen Gestaltern unterschiedlicher Disziplinen. Er wurde aus dem Bedürfnis heraus gegründet, das Bewusstsein für öffentlichen Raum und Stadterfahrung zu schärfen und ein digitalanaloges Netzwerk für das gemeinsame Entwickeln einer lebenswerten Stadt zu fördern.

zu Stadtlücken

tiny house avoid

Der italienische Architekt Leonardo Di Chiara hat das Tiny House aVOID im Rahmen des Projektes Tinyhouse University in 2017 realisiert, wo es auf dem Bauhaus Campus in Berlin für einige Monate zu sehen war. Er tourt in 2018 durch Deutschland und Italien, um es innerhalb einer Reihe von Events zu präsentieren und mit dem Publikum darüber zu diskutieren, wie es möglich ist, auf einer Fläche von nur 9 Quadratmetern zu wohnen.

zu Leonardo di Chiara

© ADAPTER für wohnraum in temporärem leerstand